Maria Prieb - Trainerin und Expertin für Permanent Make Up und dessen Entfernung

Neuste Informationen, Entwicklungen, Beobachtungen und Erfahrungen in Zusammenhang mit Permanent Make Up, Microblading und Tattoo-Entfernung. Diskussionnen, Umfragen, Austausch mit Kollegen und Kund(inn)en.

Allgemein, Ausbildungen, permanent make up

Angst vor dem Permanent Make Up

Modernes professionelles Permanent Make Up unterscheidet sich drastisch von dem, was man früher als solches bezeichnete. Korrekt und professionell ausgeführt, lässt sich die Pigmentierung kaum von dem dekorativen klassischen Make Up unterscheiden. Einige Beispiele von professionellen Arbeiten können Sie sich in meiner Fotogalerie anschauen (Webseite beautycase-kosmetikstudio.de, dort Menüpunkt Galerie – Permanent Male Up).

Warum haben denn viele Menschen trotz diesem drastischen Wandel von „Balken-Augenbrauen“ zu natürlichen, luftigen Ergebnissen so viel Angst und Respekt vor dem Permanent Make Up? Warum gibt es trotz der innovativen Gerätetechnik und Arbeitsmethoden immer noch schreckliche Arbeiten, bei deren Betrachtung einem die Haare zu Berge aufstellen?

Ich habe mir dieses Problem durch den Kopf gehen lassen und bin zu folgenden Schlussfolgerungen gekommen:

– Da Permanent Make Up immer populärer wird, wächst die Anzahl von Menschen, die es zum Beruf machen wollen, mit unglaublicher Geschwindigkeit. Dabei entgeht es vielen, dass Permanent Make Up eher eine Berufung ist und ein gewisses Maß an Talent voraussetzt. Man kann bestimmte Techniken erlernen, aber nicht eine künstlerische Begabung herbeizaubern.

– Es gibt viel zu wenige gute Schulen, dafür immer mehr bedenkliche Angebote an – u.a. unverschämt überteuerten – Ausbildungen von kurzer Dauer und zweifelhafter Qualität (insbesondere in der Microblading-Szene), die Wunder versprechen (und natürlich nicht halten). Dazu lesen Sie bitte weiter unten.

– Es werden viel zu viele frische Arbeiten (direkt nach den Behandlungen) auf Internet- & Facebookseiten von Kollegen präsentiert. Diese sind jedoch nichtssagend und irreführend, da nur abgeheilte Ergebnisse von Bedeutung sind und die wirkliche Qualität zeigen.

Das ist unser kurzes Statement zu dem, was momentan weltweit im Bereich unserer Berufswelt geschieht. Diejenigen, die mehr Infos und Details möchten – einfach weiterlesen.

Zu 1) – KUNST oder HANDWERK?

Eine Katze wird niemals bellen lernen, und das vergessen viele auf der „Jagd nach dem schnellen Geld“. Aus welchem Grund entscheiden sich plötzlich Dutzende und Aderdutzende Quereinsteiger dazu, Permanent Make Up oder Microblading zu erlernen?

Noch vor 2 Jahren war „Ruhe im Karton“ und jetzt werden WÖCHENTLICH Dutzende neuer „Artisten“, „Master“, „Profis“ und andere „Supertalente“ zertifiziert… Was ist los? Egal ob man zeichnen / malen kann, ob man künstlerisch / visagistisch veranlagt ist oder nicht, – der Trend nach dem „neuen“ Beruf ist einfach nicht mehr aufzuhalten…

Zu 2) – WETTLAUF der AUSBILDER…

Ein riesiges Problem stellen heutzutage vielfältige Ausbildungsangebote durch ausländische Trainer dar, die man noch vor kurzer Zeit weder hierzulande noch in deren Heimatländern kannte. Bei den meisten dieser „Profis“ handelt es sich um blutige Anfänger mit weniger als 1 Jahr Erfahrung… Ihr Durchsetzungsweg ist aggressives Marketing und falsche Positionierung des Permanent Make-Up’s im Schönheitssegment.

Gerade in den letzten anderthalb Jahren hat Deutschland ein Boom mit Microblading erlebt und diese Methode als eine „einfachere“, „natürlichere“, „bessere“ und „kostengünstigere“ als Permanent Make Up, vorgestellt. Es haben unzählige 1-2 Tages-Ausbildungen stattgefunden, zum Teil in Riesengruppen zu 20-30 Personen, und die Folgen sind gravierend!

Angespornt von den Riesenerfolgen von Microblading-Ausbildern, kommen nun scharenweise „Profi-Trainer“ für Permanent Make Up nach Deutschland um rechtzeitig vom großen Kuchen abbeißen zu können. Soziale Netze sind überfüllt mit Workshop-Angeboten, die mit offensichtlichen Photoshop-Bildern geschmückt sind…

Niemand will hier ALLE ausländische Trainer in den gleichen Topf werfen und schlecht reden, aber mittlerweile verliert man in der Fülle von Angeboten und Ankündigungen schlicht und einfach den Überblick. Und die Tatsache, dass in jedem Land unterschiedliche Hygieneregeln und Schönheitsstandards gelten, wird oft einfach außer Acht gelassen.

Ja, die Branche ist auf den ersten Blick sehr lukrativ und daher für die Quereinsteiger umso mehr anziehend. Leider vermitteln die meisten der genannten Kurse nur knappes bis mangelhaftes Wissen über Hygiene, Physiologie und insbesondere Visagistik, welche das A und O beim Vorzeichnen der Pigmentierung ist.

Stattdessen wird den Laien beigebracht, z.B. die Augenbrauen mithilfe des angebotenen speziellen Zirkels vorzuzeichnen. Dadurch erreicht man jedoch keine typgerechte, individuell angepasste Vorzeichnung, und das beweisen sehr viele misslungene Arbeitsbeispiele mit anatomisch falsch platzierten Augenbrauen, überschüssiger Breite, zu eng zusammengeführten Köpfchen etc… Kunden fühlen sich damit unwohl und suchen nach Entfernungs- oder Korrekturmöglichkeiten…

Zu 3) – FRISCH ist FALSCH!

Warum kommt es seitens Kunden zu so vielen Fehlentscheidungen bei der Wahl von Spezialisten ihres Vertrauens?

Die Antwort ist klar und einfach: es findet keine ehrliche und fachgerechte Aufklärung statt.

Es werden schöne frische Arbeitsbeispiele (d.h. Fotos direkt nach der Behandlung) im Netz präsentiert, meist aus einer (halb)liegenden Position (so kann man die Symmetrie überhaupt nicht beurteilen). Abgeheilte Ergebnisse werden dagegen so gut wie gar nicht gezeigt. Dabei sind aber gerade verheilte Ergebnisse aussagekräftig, und gerade diese werden von Kunden monate- und jahrelang im Gesicht getragen!

Die Kunden fragen jedoch nicht nach den Fotos von abgeheilten Ergebnissen. Erstens, wissen sie gar nicht, was für ein drastischer Unterschied zwischen einer frischen und einer abgeheilten Arbeit liegt und zweitens, vertrauen Sie blind ihrem Behandler!

Die abgeheilten Ergebnisse werden oft verdeckt und verschwiegen, da die Kollegen selbst erkennen, dass diese himmelweit von den gewünschten Resultaten liegen. Außerdem gibt es insbesondere heutzutage viel zu viele Kollegen mit grünem Schnabel, die ihre eigenen Ergebnisse als „normal“ betrachten und schönreden, da sie noch zu wenig Ästhetiksinn und Know-how besitzen, um zu verstehen, dass sie „Mist gebaut“ haben. Oder noch schlimmer: wenn sie das sehr wohl verstehen, aber nicht akzeptieren möchten und immer wieder herum korrigieren, bis das Ergebnis unerträglich wird…

Wo führt es hin?

In diesem Sinne:
Seien Sie kritischer und aufmerksamer bei der Auswahl des Studios, lassen Sie sich beraten, stellen Sie Fragen und nicht zuallerletzt – lassen Sie sich ABGEHEILTE Arbeiten/Ergebnisse zeigen!

Herzlichst Ihre

Maria Prieb

  1. Aufmuth Sybille

    Ich finde es Klasse dass es auch kritische und durchaus sachliche Berichte gibt.
    Ich bin eher etwas blauäugig. Eine Mitarbeiterin hat mich drauf hingewiesen…mich gründlicher zu microblading u permanent zu informieren.
    Immerhin weiss ich nun..welche Fragen ich auch stellen muss…auch das m d abgeheilten Bildern finde ich wichtig.
    Danke.

    • Ja, aber auch das mit den abgeheilten Arbeiten wird leider immer schwieriger. Wir leben momentan in der Zeit von bearbeiteten Bildern. Leider betrügen relativ viele Kolleg(inn)en sich selbst indem sie bis zur Unkenntlichkeit redaktierte Bilder veröffentlichen um mehr Kunden zu gewinnen.

      Hier hilft nur eins: genau hinschauen, beobachten, Meinungen einholen, auf den eigenen Bauch „hören“.

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