Sie möchten ein Permanent Make Up an den Lippen machen lassen und haben Bedenken wegen Herpes-Gefahr? Dann ist dieser Artikel genau für Sie geschrieben. Hier finden Sie Informationen über Ursachen von Herpes und Empfehlungen zur Behandlung und Vorbeugung.

Lippen-Permanent-Make-Up wird immer populärer. Nach einer professionellen PMU-Behandlung sehen die Lippen ausdrucksvoll und frisch aus, was das Selbstwertgefühl stärkt und unwiderstehliches Lächeln betont.

Während der Behandlung werden in die obere Lippenhautschichten spezielle Farbpigmente implantiert, welche für die Dauer von 2-5 Jahren in der Haut verbleiben. Moderne Pigmente für Permanent Make Up basieren auf Mineralstoffen und rufen keine Allergien hervor. Dank sterilen Einwegmaterialien und hygienischer Arbeitsweise ist die Behandlung hygienisch unbedenklich. Nichtsdestotrotz kann das Ergebnis der Lippenpigmentierung durch den Ausbruch von Herpes negativ beeinflusst werden.

WAS IST LIPPENHERPES?

Der Lippenherpes (Herpes Labialis) wird durch einen Herpes-simplex-Virus Typ I hervorgerufen. Über 95% aller Menschen tragen diesen Virus in sich. Aber nur bei 20% aller Menschen bricht der Herpes wiederholt aus.

9160592 - herpesvirus infection (cold sores), eps8Der Herpesvirus gelangt in unseren Körper noch im Kindesalter. Er gelangt über Schleimhäute zu den Nervenenden, wandert über die Nerven in den Schädel ein und versteckt sich im Trigeminusknoten, wo er geduldig auf den Auslöser wartet. Nach der Aktivierung durch den Auslöser wird der Virus wieder wach und macht sich auf den Rückweg zur Hautoberfläche. Dieser Weg geht über die abgehenden Nervenzweige, die sich vom Trigeminusknoten zu den Lippen, Mundschleimhäuten und Gaumen erstrecken. Dort nisten sich auch die Infektionsherde ein. Der Lieblingsaufenthaltsort von Herpes ist dabei der Lippenrand.

URSACHEN VON LIPPENHERPES

Es gibt zwei Ursachen für das Erwachen bzw. die Aktivation von Herpesvirus:
– Immunitätsschwäche / -senkung
– Verletzung

Eine Immunitätsschwäche ist eine Begleiterscheinung von Erkältung, Stress, Ärger, ungewohnter UV-Bestrahlung, übermäßiger körperlicher Belastung, Angst. In diesem Fall überwindet der Virus vorübergehend das Immunsystem und durchbricht dessen Barrieren. Als Folge wird die Lippe von eitrigen Bläschen befallen, die Siegesfahne des Herpesvirus.

Eine Verletzung der Lippenkontur (die logische Folge einer Permanent-Make-Up-Behandlung) führt zum Platzen von kleinsten Nervenenden (und diese sind in großer Anzahl in der Lippe vorhanden). Der bisher schlafende Herpesvirus wird dadurch geweckt und eilt vom Trigiminus-Knoten zur Lippenoberfläche, wo er für den Bläschenausschlag sorgt. Je schwächer das Immunsystem der Kundin, desto stärker der Herpesbefall. Insbesondere sind Kundinnen betroffen, die unter wiederholtem Herpesvirusbefall leiden.

Die durch Herpesvirus hervorgerufene Entzündung verhindert eine gleichmäßige Pigmentverteilung in der Lippenhaut und kann zum Verlassen des Pigments an der Ausbruchsstelle führen. Nach Abheilung der Kruste kann an dieser Stelle deswegen ein heller Fleck zurückbleiben, da dort die Pigmentfarbe „rausfällt“. In diesem Fall ist auf jeden Fall eine Nachbehandlung erforderlich.

VORBEUGENDE MASSNAHMEN GEGEN HERPESVIRUS NACH DEM LIPPEN-PERMANENT-MAKE-UP

Um den Ausbruch von Herpes nach der Permanent-Make-Up-Behandlung zu verhindern, sollte man eine entsprechende vorbeugende Behandlung mit speziellen Medikamenten durchführen. Das beugt dem Ausbruch des Bläschenbefalls vor und schützt das Ergebnis der Lippenpigmentierung.

Die Behandlung sollte 4-5 Tage umfassen, wenn die Ausbruchsgefahr von Herpes besonders hoch ist. Zu den effektivsten Präparaten gegen Herpes zählen Medikamente „Valtrex“ und „Aciclovir“ bzw. „Aciclostad“ in Tablettenform. Diese Medikamente sind – wie alle Antibiotika – verschreibungspflichtig und können vom Hausarzt verschrieben werden. „Valtrex“ zählt zu modernsten und effektivsten Präparaten gegen Herpes und sollte deswegen bevorzugt werden. Dieses Medikament ist teurer als Aciclovir und kann nicht immer von der Kasse übernommen werden. Lassen Sie sich in diesem Fall ein Privatrezept geben und nehmen Sie die Kosten einfach in Kauf.

WENN DIE INFEKTION TROTZDEM AUSBRICHT

Manchmal bricht der Herpes trotz der vorbeugenden Maßnahmen aus. Das ist meist der Fall, wenn die Immunität stark geschwächt ist oder bei Kundinnen, die mehrmals im Jahr mit Herpes zu kämpfen haben. In diesem Fall sollen Maßnahmen zur Behandlung getroffen werden. Hierfür gibt es verschiedene Salben wie „Zovirax„, die lokal und punktuell alle 2-3 Stunden aufgetragen werden sollen. Wichtig dabei ist, die Salbe nicht über die gesamte Lippe zu verschmieren um den Herpes nicht auf die gesamte Lippenfläche zu übertragen!

Sehr effektiv sind die „Corvalol„-Herztropfen. Diese sollen ebenfalls alle paar Stunden PUNKTUELL auf die Ausbruchsstelle aufgetragen werden. Der Herpes bildet sich meist bereits nach einigen Stunden zurück und heilt ab.